Es ist keine Neuheit, dass das Web 2.0 die Art und Weise verändert hat, wie man als Musiker zu einem Plattenvertrag kommt. Und damit meine ich sicherlich nicht die Tatsache, dass man als Musiker heutzutage sein Myspace-Profil pflegt, nein. Vielmehr meine ich die Tatsache, dass ein gutes Konzept, ein langer Atem und ein bisschen Gespür für virales Marketing einem angehenden Musiker recht schnell eine ansehnliche Fangemeinde bescheren können. Damit wir uns nicht falsch verstehen: ein Internet-Zugang kann keine gute Stimme ersetzen. Ist die aber vorhanden, kann es mit der Karriere aber durchaus etwas werden, wie ein französisches und ein deutsches Beispiel zeigen:
So kann ich für Frankreich etwa “La chanson du dimanche” als gelungenes Beispiel anführen, hier das Lied “O Barack” (Text):
Jede Woche ein neues Musikstück, der Satz “Bonjour, c’est la chanson du dimanche, la pêche…” und das markante Outfit in Verbindung mit einem creative-content-Account auf Dailymotion reichten den beiden begabten Musikern, um innerhalb kürzester Zeit zum musikalischen Geheimtipp der französischen Internetter aufzusteigen. Die tagesaktuell angehauchten Liedtexte taten ihr übriges, um den Buzz so richtig voranzutreiben. Ergebnis heute? Ein Vertrag mit der Kaufhauskette FNAC, eine DVD, eine Frankreich-Tournee…
Ein bisschen daran erinnert hat mich Jasper, den man in letzter Zeit öfter mal in den einschlägigen Blogs der deutschen Blogosphäre antrifft. Klar, Jasper macht nicht dieselbe Art von Musik wie “La chanson du dimanche”, er ist auf Youtube unterwegs und nicht auf Dailymotion, er ist Solist, aber trotzdem — die Idee, sich über das Web 2.0 einen Namen zu machen, bleibt diesselbe.
Fazit? Jeder angehende Musiker sollte sich mit dem Phänomen konzeptuell auseinandersetzen. Und schließlich sage das nicht ich, sondern diejenigen, die Ahnung davon haben. Nicht umsonst gibt es an der Mannheimer Popakademie für die angehenden Diplom-Popstars das Pflichtfach Guerilla-Marketing…
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